Heilbronner
Stadtbahn
Die
Stadtbahn fährt durch Heilbronn. Irgendwann – demnächst. So richtig kann sich
das in Heilbronn noch niemand vorstellen. Aber die die Stadtbahn ist Chefsache
auf dem Rathaus. Und somit ist alles klar. Vor wenigen Tagen aber wurde etwas
öffentlich, was Sand ins Getriebe der Stadtbahn bringen könnte. Die Überquerung
der Allee durch den Zug bringt einige Probleme mit sich. Entweder muß die 1971
eingeweihte Unterführung Allee/Moltkestraße zugeschüttet werden (Kosten ein bis
zwei Millionen Mark) – oder aber sie muß für viel Geld (zehn Millionen Mark)
umgebaut werden, damit die Decke unter der schweren Last des Stadtbahn-Zuges
nicht zusammenbricht. Dabei hatte die Stadt und die Volksbank vor nicht allzu
langer Zeit (1992/93) erst frisch umgebaut. Zuschuß der Bank: 1,6 Millionen
Mark. Bisher waren die Anlieger dieser
Unterführung von der Stadt nicht gehört worden – und sind derzeit darob
reichlich verwundert, teilweise verärgert oder gar erzürnt. Wie die 36,6
Meter langen Züge in der Moltkestraße wenden – auch das ist noch reichlich
ungeklärt. Vielleicht wäre es doch besser, die Stadtbahn fährt auf der alten
Trasse in Richtung Weinsberg, vorbei am Karlstor-Bahnhof. Eine andere
Alternative: Sie gondelt durch die Weinsberger Straße direkt auf den kleinen
Bahnhof zu – am Nordrand der City kann dann aus- und zugestiegen werden. Oder
man leitet sie über die Südstraße auf den Tunnel im Gemmingstal zu. Dann
steigen die Fahrgäste am Westrand der Innenstadt aus und zu. Wie auch immer.
Kluge Lösungen sind gefragt.
OB
Kübler
Heilbronns
Oberbürgermeister heißt Dr. Manfred
Weinmann, der von Neckarsulm Volker
Blust und der OB von Öhringen Jochen
K. Kübler. Als Bürgermeister kam Kübler 1987 nach Öhringen. Seit 1. April
1994 ist er Oberbürgermeister, nachdem die Stadt zur Großen Kreisstadt
avanciert ist. In einem Südfunk-Interview gab er vor wenigen Tagen eine Stunde
lang Auskunft über sich und seine Laufbahn, seine Verständnis von
Kommunalpolitik und seiner derzeitigen Befindlichkeit. Auf Erfolge kann er in
Öhringen durchaus verweisen. Zusammen mit der Bürgern wurde ein Kernleitbild
erarbeitet. Stadtmarketing hieß dabei für ihn, die Kräfte bündeln – und die
Aufgabe der Stadtverwaltung heißt dabei, für die Bürger da sein. Das heißt, für
Sorgen und Anliegen ein offenes Ohr haben, die öffentlichen Aufgaben erfüllen –
und zwar kundenfreundlich. „Wir wollen für die Bürger da sein!“ ist das Credo
des Öhringer Oberbürgermeisters, eines gebürtigen Stuttgarters. Schwierigkeiten
hat er nur mit der manchmal blumigen Art der Hohenloher, Probleme zu
beschreiben und anzugehen. Kübler ist da offen und direkt, wo man im Hohenloher
Landstrich die harten Fakten gern verpackt darreicht. Trotzdem hat er bei
durchgeführten Umfragen rund 90 Prozent Zustimmung in Öhringen erreicht.
Dennoch war aus dem Südfunk-Gespräch beim Frankenradio mit Kübler eine gewisse
Unzufriedenheit herauszuhören. Was der OB sich vorgenommen hatte, ist erreicht.
Jetzt reizen ihn offenbar Aufgaben, die außerhalb der Öhringer Stadtmauern
liegen. Südfunk-Reporter Wolfgang Köhler sprach jedoch nicht das Thema
„Heilbronner OB-Wahl im Jahre 1999“ an. Denn in der Käthchenstadt wird viel
darüber spekuliert, ob sich Jochen K. Kübler zu gegebener Zeit um die Nachfolge
von Dr. Manfred Weinmann bewirbt. Es wird schon heftig darüber gemunkelt, daß
die Christdemokraten in Heilbronn ihn dann unterstützen werden. Und die
Vorbehalte bei den Sozialdemokraten halten sich auch in Grenzen. Denn der Aufschwung in Öhringen ist den
Heilbronnern nicht verborgen geblieben. Aber in den kommenden Monaten wird
zunächst einmal das große Ganze neu gemischt, dann erst kommt das Kleine im
kommunalen Bereich.
Wer
mit wem?
Da
haben sie nun eine Mehrheit in Sachsen-Anhalt, die Sozialdemokraten (SPD) und
die Partei des demokratischen Sozialismus (PDS) – und sogar einen Wählerauftrag
mit 58,7 Prozent der Stimmen (SPD, Grüne, PDS) dank ihrer Politik aus den
vergangenen vier Jahre bekommen – und es wird gehampelt und gestrampelt wie im
Kinderwagen. Nur weil Gerhard Schröder in Bonn, der dem Ossi Höppner noch vor
vier Jahren empfohlen hatte, die PDS ins Regierungsboot zu hieven, jetzt nur
noch eine Koalition mit der CDU will. Da sträuben sich den SPD-Ossis alle
sozialistischen Haare. Und sie können nicht einsehen, daß – wie weiland unter
Erich, dem Dachdecker aus dem Saarland – von oben befohlen, was unten nicht
gewollt wird. Denn im Wahlkampf wurde heftig dafür gefochten, daß die gute
Sozialisten-Politik, die Grüne, SPD und PDS gemeinsam eine Legislaturperiode in
Magdeburg gemacht hatten, jetzt vollendet wird. Und das geht eben nicht mit den
Schwarzen. Klaro! Das muß doch jeder vernünftige und klar denkende Mensch
einsehen. Nur nicht die im Wählerstimmen-umbiegen geübten Westgenossen. Die
wollen bei der Bundestagswahl am 27. September 1998 nicht dank einer Roten-Socken-Kampagne der
Christdemokraten als Verlierer dastehen. Aber mit dem Sand-in-die-Augen-streuen
ist es vorbei. Im Osten Deutschlands wird Vergangenheitsbewältigung auf
besondere Art geübt. Einerseits stehen die SED-Nachfolger mit rund 20 Prozent
hoch im Kurs. Auch wenn sie damit eine große Minderheit bilden. Andererseits
haben die Ossis gelernt, daß rechtsradikale Parteien zu wählen, den Altparteien
einen gehörigen Schrecken in die Glieder jagt – und sich dann vielleicht mehr
bewegt als zuvor. Und drittens üben sie ja noch ein, was Demokratie nach
westlichem Muster heißt. Die Honni-Sozialismus-Demokratie
hatten sie ja mehr als satt, vor zehn Jahren schon. Jetzt sind unsere Brüder
und Schwestern im Osten für Überraschungen bei der Bundestagswahl im Herbst
mehr als gut – und treiben derzeit den Meinungsforschern den Schweiß auf die
Stirn. Denn die Sachsen-Anhalt-Wahl war auch ein Desaster für die Auguren von
der Umfrage-Zunft. Sie waren diesmal ihr Geld nicht wert.
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