Gerichtskeller
„Die
Saufgelage im Gerichtskeller sind endgültig vorbei.“ Eine knallharte
Überschrift in der Stuttgarter Zeitung vom 18. September. Und die Zeile
darunter lautet: „Alkohol am Steuer sprengt gefürchtetes Verkehrsrichter-Trio
am Heilbronner Amtsgericht: Die
„strengen Drei“ sind nur noch zwei.“ – Der Neckar Express berichtete in der
Ausgabe der vergangenen Woche ausführlich auf der ersten Seite über den strengen Richter Peter K. (52), der
im Laufe seines zwanzigjährigen Waltens als Amtsrichter in Heilbronn hunderten
von Autofahrern den Führerschein entzogen hatte. Jetzt ist die Schadenfreude in
der Käthchenstadt natürlich riesengroß. An einem verhandlungsfreien Donnerstag
im August hatte sich der weinselige Verkehrsrichter einen angenehmen Abend
gemacht. Bei der Nachhausefahrt verspürte er einen gewissen Drang. Er lenkte
sein Auto in eine Hofeinfahrt, legte ein Pinkelpause ein – und fuhr von dannen.
Das gefiel einem Anwohner überhaupt nicht. Er benachrichtigte flugs die
Polizei. Die grünberockten Ordnungshüter führten den Richter wenig später aus
seinem Heim ab. Ansprechbar sei der Sturzbetrunkene noch gewesen. Sein
Alkoholkonsum war beträchtlich: 2,8 Promille wurden im Blut festgestellt. Jetzt
muß Peter K. 8.100 Mark Geldstrafe
zahlen und darf ein Jahr lang nicht mehr ein Auto steuern. Hinzu kommt, daß er
sich für den Rest seines Berufslebens mit zivilen Mietstreitigkeiten und
Rechtshilfeersuchen auseinandersetzen muß. Allerdings eine zwangsweise Alkoholtherapie ist ihm erspart geblieben. Der Richter
sei mit Sicherheit nicht besser weggekommen als ein ziviler Angeklagter.
Beteuert Landgerichtspräsident Dr. Kurt
Breucker. Legendäre Saufgelage im Keller des Amtsgerichts gehörten schon
lange der Geschichte an. Sagt auch der Chef des Heilbronner Amtsgerichts.
Alkoholprobleme gäbe es überall – und im Amtsgericht nicht mehr als in Schulen,
Kliniken oder in Finanzämtern. Jetzt wird die Stelle des gestrengen
Richters mit einer Juristin aus der
Zivilabteilung besetzt. Und die übergeordneten Herren Richter in Stuttgart
müssen vielleicht nicht mehr so viele Urteil aus Heilbronn aufheben – „aus
Menschenrechtsgründen“. Heinrich von Kleist, der Patendichter Heilbronns, hat
nicht nur das „Käthchen“ geschrieben, sondern auch das Schauspiel „Der
zerbrochne Krug“. Auch da geht es um einen Richter, der an andere strengere
Maßstäbe legt als an sich selbst. Somit paßt des Richters Fall nach Heilbronn –
nicht nur wegen des guten Weines.
Wahlplakate
verschmiert
Wahlplakate
an jeder Ecke. Ob in Heilbronn oder irgendeiner Landkreisgemeinde im Unterland.
Besser noch: in ganz Deutschland lächeln uns die Kandidaten für den neuen
Bundestag an, der am kommenden Sonntag gewählt wird. Und wie immer, wenn der
Bürger optisch stark bedrängt wird, entladen sich automatisch bei vielen
Zeitgenossen Aggressionen. Manche schimpfen über die Verschandelung der
Landschaft oder des Stadtbildes, andere fühlen sich in ihrer Sicht aus dem Auto
beeinträchtigt – vor allem wenn es ums Abbiegen geht. Andere greifen mit
krimineller Energie zu Pinsel und Farbe oder gar zu Sprühdosen, um Kandidaten-
und Politiker-Gesichter zu verschmieren, die ihnen nicht in den Kram passen.
Leidtragende in Heilbronn sind vor allem die Republikaner, die CDU und die SPD.
Die Freien Demokraten und die Grünen sind bisher von den häßlichen Schmierereien auf ihren Wahlplakaten verschont geblieben.
Die Reps haben Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung gestellt und zur Ergreifung
der Täter sogar eine Belohnung von tausend Mark ausgesetzt. Die CDU hat Anzeige
bei der Staatsanwaltschaft erstattet, weil nicht nur ihre mühsam geklebten
Plakate verschmiert, sondern auch Plakatständer massiv und systematisch
zerstört wurden. Die Parteien sprechen von einer noch nie dagewesenen
Zerstörungswut der bisher unbekannten Täter. In früheren Wahlkämpfen hätte es
auch Schmierereien und Zerstörungen der Plakatständer gegeben. Aber nicht in
einem solchen Ausmaße wie derzeit. Was wollen die Täter mit ihren Zerstörungen
erreichen? Fragen sich viele – und gelangen zu dem Schluß: Hier toben sich
Leute aus, die mit ihrem Handeln weit entfernt sind von jeglicher
demokratischen Kultur. Verständnisvolle Menschen werden sagen, die armen Leut
zeigen mit ihrem Verhalten, daß sie von den bösen Mächtigen an den Rand der Gesellschaft
gedrängt wurden, in ihrer Kindheit sich nie austoben konnten – eben Produkte
unseres unmenschlichen Staates seien. Deshalb zerstören sie Symbole unserer
Gesellschaft – zum Beispiel Wahlplakate. Na bitte! Eine schlichte und passende Erklärung. Andere wieder sagen: Das
sind Rowdies oder Asoziale. Klar: Diese Schmierer und Zerstörer gehören
bestraft, sofern sie gefaßt werden. Falschparker und Geschwindigkeitsübertreter
werden in unserer Gesellschaft ja auch schnell und unbürokratisch zur Kasse
gebeten. Und am Montag nächster Woche, dem Tag nach der Wahl – ist da alles
wieder vorbei und vergessen?
Die
Kleinen am 27sten
Viele
kleine Parteien treten bei der Bundestagwahl am Sonntag, 27. September 1998,
an. Im Ersten Fernsehprogramm bei der ARD wurden sie vor wenigen Tagen
vorgestellt. Die sehr informative Sendung glich dennoch in vielen Teilen mehr
einer Kabarettveranstaltung als einer serösen Wahl-Info-Sendung. Und die beiden
Moderatoren konnten sich oft ein Lächeln nicht verkneifen. Aber es war gut so,
daß die Vertreter der kleinen Parteien sich im Fernsehen vorstellen konnten.
Nach der Sendung durfte sich jeder vernünftig denkende Mensch beruhigt
zurücklehnen. Er hatte jene Informationen bekommen, die ihn darin bestärkten,
richtig zu entscheiden, wenn er keine dieser Parteien bei der Wahl
berücksichtigt. Von den rechten Parteien traten auf: Die NPD, die Republikaner
und die DVU. Von den linken zum Beispiel die MLPD (Marxistisch-Leninistische
Partei Deutschlands). Und ansonsten? Die Christliche Mitte (die gegen die
Islamisierung Europas und Deutschlands antritt), Chance 2000 (jene Partei des Theaterregisseurs Christoph Schlingensief,
der mit seinen Anhängern schon am Ferienort des Bundeskanzlers baden ging), die
Deutsche Familienpartei, die Feministische Partei (die eine 50-Prozent-Quote
für Frauen in allen Berufen einrichten will), die Partei der Bibeltreuen
Christen (die sich allerorten auf Jesus Christus beruft und die biblischen
Gebote zur Grundlage des Handelns für alle Bürger machen will), das Neue Forum
(das einst eine bedeutende Rolle bei der Wende in der DDR gespielt hatte, aber
wenig später die politische Kurve im vereinten Deutschland nicht mehr kriegte),
die Ökologisch Demokratische Partei (eine konservativ-gestrickte Variante der
mehr linksorientierten Grünen), die Naturgesetzpartei (bei der die Yogis für
eine bessere Welt fliegen), die Partei für soziale Gerechtigkeit (eine linke
Gruppierung, die sich an Leo Trotzki orientiert, dem von Josef Stalin
ermordeten Kommunisten-Führer), die Grauen (eine Seniorenpartei um die rüstige
und gewaltig argumentierende Trude Unruh) und die Autofahrer-Partei (die lange
Zeit ihren Sitz in Heilbronn hatte). Der wählende Bürger hat also eine große
Auswahl. Manche der Parteien kandidieren nur auf der Zweitstimmen-Liste und
haben keinen Kandidaten in den Wahlkreisen ausgestellt. Viele dieser
Gruppierungen kandidieren auch nur in einigen Bundesländern. Alle hoffen auf
den großen Zuspruch der Bürger, der sie dann über die Fünf-Prozent-Hürde trägt.
Aber es sieht nicht so aus, als ob es eine dieser kleinen Parteien in den
nächsten Bundestag schaffen würde.
Alle
wollen siegen
Klaus
Kinkel von der FDP und Grünen-Chef Joschka
Fischer hatten bereits ihre Visitenkarte im Heilbronner Wahlkampf
abgegeben. Heute ist Rudolf Scharping,
der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und beliebtes Objekt in
Comedy-Shows, in Heilbronn, um Harald
Friese, seinen Wahlkreis-Kandidaten in Heilbronn, zu unterstützen. Den
bisher größten Auftritt in Heilbronn hatte jedoch der Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Wolfgang Schäuble. Daß auch er dabei
nicht nur für seine Partei, sondern auch um Unterstützung für seinen
Schwiegersohn Thomas Strobl bat –
das war sonnenklar. Die Heilbronner Harmonie war beim Schäuble-Besuch brechend
voll (rund 1.400 Menschen), als Thomas
Strobl mit seinem Schwiegerpapa das Podium betrat. Strobl hielt sich kurz und
knapp. Genügend Zeit also für den derzeit beliebtesten Politiker in Bonn, dem
Publikum klar zu machen, daß es bei der Bundestagswahl am Sonntag, den 27sten
nur einen Sieger geben dürfe: die CDU/CSU. Dabei sparte Schäuble nicht mit
heftigen Attacken in Richtung des rotgrünen Lagers. Schäuble warf Rotgrün vor,
daß sie nicht einmal in ihrem eigenen Reihen eine politische Ordnung herstellen
könnten. Klar, daß Gerhard Schröder laut Schäuble zu den „unseriösen“ Politiker
gehört. Der SPD-Kanzlerkandidat versuche die Wähler zu täuschen, indem er sich
wie ein Chamäleon dem Volk präsentiere. Auch versteht Schäuble nicht, wie ein
potentieller Wirtschaftsminister Jost Stollmann in Bonn tätig sein solle, der
in seinen Auftritten bisher bewiesen habe, daß er von Politik keine Ahnung
habe. In einem Interview habe Stollmann das sogar zugegeben. Ob es der SPD
schadet? Mit viel Ironie und auch knallharten Fakten gab Schäuble den
Heilbronnern zu verstehen, daß „16 Wochen Rot-Grün einem länger vorkommen
werden, als 16 Jahre Kohl“. Stabilität, Wohlstand und Frieden seien die
Ergebnisse der „Kohl-Politik“. „In der Politik ist es wie beim Fahrradfahren.
Bergauf geht es schwer und langsam – aber bergab geht es schnell.“ Mit diesen
Worten verwies der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende auf die sinkende
Arbeitslosigkeitszahlen. Am Sonntag werden wir wissen, ob ein
„Chamäleon-Kanzler“ Gerhard Schröder
Deutschland in das nächste Jahrtausend führen wird oder ob es wieder Helmut Kohl sein wird. Oder vielleicht
kommt es auch ganz anders? Bei einer Großen Koalition und der CDU/CSU als
stärkster Partei im Bundestag wäre ein Kanzler Wolfgang Schäuble möglich. Aber
er ist ja ohnehin seit langer Zeit der Kronprinz von Helmut Kohl mit
Charles-Syndrom. So wie Oskar Lafontaine als Kronprinz hinter Gerhard Schröder
wartet.
Verregnetes
Weindorf
Das
Amt für Marketing, Information und Tourismus der Stadt Heilbronn schätzt die
Weindorf-Besucher auf rund 200.000 in diesem Jahr. Andere Beobachter meinen, es
wäre nur die Hälfte dieser großen Anzahl gesichtet worden. Und Skeptiker
behaupten sogar, daß es nur 50.000 Menschen rund um das Heilbronner Rathaus
waren. Die Umsatzrückgänge für die Wengerter lagen heuer bei rund 30 Prozent.
Viele Imbißstände schlossen schon weit vor 22 Uhr. Und an manchen Tagen war der
Platz vor dem Rathaus so leer, daß man bequem mit einem Auto durch die Stände
hätte kurven können. Was des einen Leid, das ist des anderen Freud. Die Weingärtner
im Unterland sind froh über die Regentage der vergangenen Wochen. Nach der
Hitzeperiode dürsteten die Rebstöcke geradezu nach dem notwendigen Naß. Die
Kälte bei diesem vielen Regen hatte dazu noch den Vorteil, vorbeugend gegen
Fäulnisbildung zu wirken. Und nach dem Ende des Weindorfs am letzten Freitag
kam – wie bestellt – die Sonne wieder hervor. Für die Trauben eine angenehme
Herbst-Sonne. Was besseres kann den Weinanbaubetrieben im Ländle gar nicht
widerfahren. Für Bernhard Winkler, den Heilbronner Verkehrsdirektor, bleibt das
Weindorf – trotz des Einbruchs in diesem Jahr – der Höhepunkt des Heilbronner
Festreigens. Und für die treuen Freunde des Heilbronner Weindorfes verkündet
Winkler, wo er steht und geht, daß im kommenden Jahr das Weindorf am 9.9.1999
beginnt – und am 17. September endet. Die
nächsten Ereignisse rund um den Wein: Diese Woche am Freitag, 25.
September, findet bei einer Veranstaltung auf dem Wartberg der Weinleseauftakt
und die Einweihung des zweiten Abschnitts des Panoramawegs statt. Übrigens: den
groß angekündigten siebenmillionsten Besucher des Heilbronner Weindorfes seit
1971 gab es wirklich. Am Freitag soll er gesichtet worden sein. Bernhard
Winkler diplomatisch: „Er wird anonym in die Analen des Weindorfes eingehen, so
daß jeder Gast, der beim Finale dabei war, sich als Jubiläumsgast fühlen und
feiern darf.“ Ich werde es nie begreifen, wie die Anzahl der Besucher auf dem
Weindorf gezählt wird. Es ist halt eine Rechenkunst, die in Heilbronn nur
wenige beherrschen. Und die sitzen im Rathaus.
Es
„clubbed“ in Heilbronn
Was
das Nachtleben angeht, braucht sich Heilbronn jetzt vor keiner
baden-württembergischen Großstadt mehr zu verstecken. Innerhalb von nicht mal
einem Jahr hat sich in der partymäßig provinziell anmutenden Käthchenstadt eine
Club-Szene entwickelt, die ihresgleichen sucht. Zuerst machten drei bislang
völlig gastronomisch unvorbelastete Jungs in der Heilbronner Salzstraße aus
einem Nachtlokal, das seine besten Tage anscheinend vor langer, langer Zeit
gesehen hatte, ein top-besuchtes Clubbing-Mekka. Denn wo sonst als im Titty Twister – Tarantino/Rodriguez lassen grüßen – läßt
sich „from dusk till dawn“ ausgelassen und friedlich zu guter House-Musik auf
den Theken tanzen? Dann inszenieren diese drei eine House Parade mit vier
Wagen, lauten Beats und 1.000 Ravern im Schlepptau quer durch Heilbronn. Und
jetzt (seit 18. September) haben Oliver Renaud, Alexander Schmid und Philipp
Keller gemeinsam mit Henning Bachmayer und den eingefleischten Heilbronner
Gastro-Größen Jürgen Roß und Uli Mögle eine Clublandschaft in den
Räumlichkeiten Alte Gießerei/ehemaliges Mad Max aus dem Boden gestampft, die
sich Tempodrom nennt. Noch vier, bald fünf Clubs umfaßt dieser Tanztempel – der
Eintritt ist außer bei Großveranstaltungen frei. Das Nachtcafé ergänzt dieses
Angebot. Und fast jeder Musikgeschmack wird befriedigt: House in der Voodoo
Lounge, Techno im Raveolution, Black Music im Jam Hot, Klassiker der Rockmusik
im Star Club und die HNX Platform wird bald den Heilbronner Eigengewächsen
Platz zur musikalischen Entfaltung bieten. Über 2.000 Party-People aus ganz
Baden-Württemberg kamen zur Eröffnung am Freitag – Samstag herrschte nicht viel
weniger Andrang. Allein schon die Einrichtung macht den Besuch des Tempodroms
zu einem Erlebnis. So steht in der Voodoo Lounge über der Bar ein großes
Aquarium mit wöchentlich wechselnden Zierfischen, die Wände werden von
Teufelsgestalten der Heilbronner Künstlerin Conny Latella geziert, der DJ
predigt seine House-Klänge von einer Kanzel ,und unter der Decke der Gießerei
(Raveolution/Jam Hot) ziehen Raumschiffe aus Pappmaché ihre Bahnen um Planeten
aus selbigem Material. Ganz Heilbronn tanzt, und wir alle sind gespannt, was
uns die Herren Club-Besitzer in naher Zukunft noch alles bescheren werden.
Die
Tigerzähmung
Erstes
Fußball-Länderspiel für Deutschland am 5. Juni 1991 in Gladbach gegen Wales.
1992 Vize-Europameister mit der deutschen Nationalelf in Schweden. Zwei Jahre
später die „Stinkefinger-Aktion“ bei der Weltmeisterschaft in den USA. Seine
Nationalspielerkarriere war somit für die nächsten vier Jahre beendet. Dann
nach der diesjährigen WM-Pleite in Frankreich sollte er der Retter des
deutschen Fußballs sein. Aber bereits nach zwei Wochen hieß es „und tschüß“.
Klar – die Rede ist vom FC Bayern-Star Stefan Effenberg, genannt der Tiger.
Warum aber dieser Rücktritt vom Comeback? Und das trotz der Überredungsversuche
des neuen Nationalcoaches Erich Ribbeck
und des Kaisers Franz Beckenbauer. Der offizielle Grund ist anscheinend
Effenbergs Familie. Durch Bundesliga, Champions-League und DFB-Pokal ist der
sensible Familienvater natürlich etwas öfter von seiner Frau Martina und seinen
drei Kindern getrennt. Doch dies hätte ihm auch eher einfallen können. Die
Spieltermine der Nationalmannschaft und die des FC Bayern München stehen schon
sehr lange fest. Angeblich war es seine freie Entscheidung, wenn man den
Aussagen seiner Frau Glauben schenken darf. Die Kinder brauchen nunmal ihren
Vater. Diese sieht Effe ja während der laufenden Saison kaum, wenn er morgens
um neun das Haus verläßt und nur zum Mittagessen kurz reinschneit. Dann steht
der Tiger erst wieder ab 16 Uhr für seine Lieblinge zu Verfügung. Was für ein
„seinen Vaterpflichten nicht nachkommender Halunke“. Insbesondere zu all den
anderen Vätern, die acht Stunden am Tag malochen müssen und keine Lohntüte im
Wert von ein paar Millionen Mark am Jahresende einlösen dürfen. Ein weiterer,
eher inoffizieller Grund ist jener, daß der Tiger mit dem großen Druck nicht
fertig wurde, als er die Nummer zehn des traditionellen Spielmachers der
deutschen Nationalmannschaft auf dem Spielfeld in Malta trug. All seine Spiele
auf Malta gingen ja auch in die Hose. Ein völlig anderer Gesichtspunkt könnte
jedoch auch der sein, daß Herr Effenberg sein Ziel bereits nach 14 Tagen
erreicht hat: Terrier Berti Vogts ist als Bundestrainer weg!
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